Namibia Namibia Reisebericht Mietwagenreise



Reisebericht Namibia per Mietwagen und Zelt (Reisefazit)

Namibia Mit Zelt und Mietwagen (Pkw) als Individualreisende auf großer Rundreise in Namibia. Reisebericht über unsere Namibiareise (Selbstfahrertour) vom 19. Februar 2001 bis 28. März 2001.
Geschrieben von Gabriele Sigl.




Reisefazit
Kurz zusammengefasst einige Reiseerlebnisse und Reiseerfahrungen von unserer Mietwagenrundreise in Namibia über Wahl der Reisezeit, das Wetter in der Regenzeit, Fahrzeugwahl, Zelt und Ausrüstung und Versorgungsmöglichkeiten.


Fazit, Gesamteindruck unserer Reise

Wir empfanden Namibia als ein sehr angenehmes und einfach zu bereisendes Land. Die Straßen werden auch in der Regenzeit so gut es geht in Schuß gehalten, es gibt eine gute Beschilderung und die Orientierung ist mit einer Straßenkarte immer einfach, am Straßenrand gibt es oft Rastplätze mit Sitzgelegenheit im Schatten. Die Zeltplätze sind zahlreich, fast immer schön angelegt, sauber und gepflegt. Auch in den meisten Städten geht es ruhig zu und es ist sauber. In den Läden kann man gut einkaufen, niemand wird bedrängt oder bequatscht. Die Menschen sind im allgemeinen eher still, sogar die Kinder sind zurückhaltend, aber sie sind freundlich, hilfsbereit und lachen gerne.

Wahl der Reisezeit

Unumstritten hat in Namibia jede Reisezeit seine besonderen Reize. Wir reisten von Mitte Februar bis Ende März, also während der Regenzeit und haben uns im nördlichen Namibia oft mehr nach Südengland als nach Afrika versetzt gefühlt. Je weiter wir in den nördlichen Teil des Landes vordrangen, desto grüner wurde die Landschaft. Wir empfanden diesen Wechsel von braun zu grün bzw. von kahl zu blühend als sehr angenehm für's Auge. Büsche, die während der Trockenzeit wie tot aussehen trieben in saftigem Grün und viele Pflanzen standen in voller Blüte. Oft sahen wir ganze Landstriche aus gelben Blütenmeeren. Auch die Sukkulenten blühten wundervoll und die Wiesen erinnerten an wilde Schmetterlingswiesen im Allgäu. Allerdings macht sich die Tierwelt im Etosha Nationalpark in diesem Zeitraum sehr rar. Zum einen ist das Gebüsch dicht und das Gras hoch, so daß uns sicher das eine oder andere Wild entgangen ist und zum anderen sind die Tiere nicht auf die wenigen mit dem Auto besuchbaren Wasserstellen angewiesen und ziehen sich in ungestörtere Gegenden zurück. Man sollte sich darauf einstellen, auch einmal mit einer Schildkröte und Erdhörnchen als Tageshighlight zufrieden zu sein. Besonders die Stars wie Elefanten, Nashörner und Löwen lassen sich nur ungern blicken. Andererseits gibt es gerade in dieser Zeit viele Jungtiere und nur wenige Touristen zu sehen. Die Temperaturen empfanden wir während der ganzen Reisezeit als angenehm. Es war weder zu heiß noch nachts zu kühl. Sonnenuntergang war zwischen 19:00 und 19:30 Uhr, der Tag ist also noch lange genug. Ab April wird es jedoch kühler und durch das Rückstellen der Uhr (Winterzeit) Ende März geht eine Stunde Tageslicht am Abend verloren.

Das Wetter in der Regenzeit

Im Süden des Landes und entlang der Namibwüste lagen die Temperaturen über 30 °C mit wolkenlosem Himmel und sehr trockener Luft. Nachts kühlte es etwas ab. An der Küste, insbesondere in Lüderitz, wehte ein unangenehm heftiger, fast schon kalter Wind. Richtung Norden ließ der Wind nach, dafür regnete es gelegentlich und die Temperaturen sanken auf etwas unter oder um die 30 °C. Im Norden war der Himmel mehrmals bedeckt und die Sonne kam nur mühsam durch. An einem Regentag Ende März hielt sich das Thermometer den ganzen Tag bei frostigen 18 °C. Auch wenn es nur an zwei Tagen von morgens bis zum Spätnachmittag regnete, so mußten wir uns dennoch eingestehen, daß wir die restlichen Gewitterregen und nächtlichen Regenschauer in den Auswirkungen unterschätzt hatten. Im nördlichen Teil Namibias regnete es öfter, heftiger und länger als wir es erwartet hatten.

Wahl des Fahrzeuges

Bei der Wahl des Fahrzeuges waren wir uns über die Notwendigkeit eines Allradfahrzeuges im unklaren. Aus Kostengründen entschieden wir uns für einen normalen Pkw, zumal wir vorwiegend die übliche Namibiaroute fahren wollten. In der Trockenzeit ließe sich die von uns gewählte Strecke auch problemlos mit einem normalen Pkw befahren, in der Regenzeit ist das nicht so sicher. Flußläufe können sich quasi über Nacht zu unüberwindlichen Strömen entwickeln und auch kurze heftige Platzregen können die Straßen in wenigen Minuten zu einer Schlammpiste aufweichen. In der Regenzeit sollte man als Pkw-Fahrer darauf gefaßt sein, zwischen Flüssen oder an schwierigen Passagen festzusitzen. Auf jedem Fall gilt vor dem Flußdurchfahren zweifelhafte Passagen vorher abzulaufen und niemals ein Risiko einzugehen. Ein Allradfahrzeug hat auch bei Tierbeobachtungen den Vorteil, daß man höher sitzt. Diese 30 cm mehr im Vergleich zum Pkw können entscheidend sein, ob man einen Löwen im tiefen Gras besser sieht oder vielleicht auch gar nicht. Was die Autoversicherung betrifft, sollte man das relativ hohe Unfallrisiko in Namibia keinesfalls unterschätzen. Wir haben von einigen Reisenden gehört, daß sie Zusammenstöße mit Wild hatten. Auch uns sind so manche Warzenschweine nur knapp entkommen. Steinschläge und Sandstürme in der Namibwüste können Schaden am Fahrzeug anrichten. Bei Entgegennahme des Fahrzeugs lohnt es nachzufragen wie Glas- und Wildschäden versichert sind. Die freundliche Dame von Hertz meinte, im Gegensatz zu unserem Reiseführer, daß in der Vollkasko alle Schäden gedeckt wären. Allerdings ist die Vollversicherung auch relativ teuer. Unser Steinschlag in der Windschutzscheibe belastete die Reisekasse am Urlaubsende mit ca. 1500 N$ zusätzlich, wobei 250 N$ Verwaltungsgebühr auch bei Vollversicherung zu zahlen gewesen wären. Finanziell hat es sich für uns demnach deutlich gelohnt auf die Vollkasko zu verzichten, allerdings ist auch das Risiko eines möglichen Totalschadens nicht zu unterschätzen.

Zelten und Ausrüstung

Viele Autovermieter bieten Ihre Allrad-Fahrzeuge auch mit Dachzelt samt Campingzubehör an. Wir brachten unser 2-Mann-Kuppelzelt aus Deutschland mit und fühlten uns während unseres gesamten Aufenthaltes in Namibia überall "tiersicher". Zelten in Namibia ist auch ohne Dachzelt möglich. Farmer erzählten uns, daß Namibier oft ohne Zelt und nur auf Matten am Boden unter freiem Himmel schlafen. Wildes Zelten ist oft gar nicht so einfach. Gerade im Süden des Landes verläuft im Abstand von 30 m parallel zur Straße ein endloser Zaun der sich um eine große Farmen ziehen kann. Sofern man nicht direkt an der Straße zelten möchte, müßte man ersteinmal die Zufahrt zur Farm finden. Teilweise war das Gelände über hunderte von Kilometern so flach, daß das Zelt meilenweit zu sehen gewesen wäre und man deshalb im bevölkerungsreichen Norden ggf. auch mit Besuch Einheimischer rechnen sollte. Im ganzen Land gibt es ein dichtes Netz von günstigen und gut eingerichteten Zeltplätzen. Viele Plätze haben einen Grillplatz, Tisch und Sitzgelegenheiten bis hin zu Wasserhahn am Platz, Licht und Steckdose. Saubere Duschen und Toiletten bis hin zum Swimming-Pool bieten oft jeden erwünschten Komfort. Manchmal ist auch ein Restaurant oder eine Bar im Campingbereich.

Versorgung

Obwohl Namibia eine hervorragende Küche bietet und man sich die Wildspezialitäten keinesfalls entgehen lassen sollte ist es als Camper doch mehr die Praxis sich selbst zu versorgen. Wer ohne richtige Kühlbox reist, ist oft auf Corned Beef und andere Konserven angewiesen. Fleisch, Joghurt und auch Käse sind auch bei Klimanalage im Auto ohne Kühlbox nur sehr begrenzt haltbar. Vor Käse und Joghurt, die mehr als 2 Tage ohne Kühlung im heißen Auto lagern sei besonders gewarnt. Wir waren erstaunt welche Strecken in Namibia zum Teil zwischen zwei Einkaufsmöglichkeiten zurückgelegt werden müssen um an Grundnahrungsmittel zu kommen. 80 oder 100 km zum nächsten Supermarkt sind für viele Farmer die Regel.

Da wir im Voraus nur dürftige Informationen über Einkaufsmöglichkeiten hatten, haben wir eine kleine Liste der Orte zusammengestellt, in denen man frische Ware bekommen kann. Natürlich bezieht sich die Aufzählung nur auf die von uns gefahrene Route.

In Windhoek gibt es natürlich einige Supermärkte. Leicht zu finden ist auf jeden Fall "Shoprite" in der Independence Avenue in der Nähe des Reservierungsbüros der Naturparkverwaltung.
In Mariental gibt es neben einem Bottlestore auch einen Spar-Supermarkt.
In Keetmanshoop gibt es einen gut ausgestatteten Sparladen und gleich daneben eine deutsche Bäckerei.
In der Stadt Lüderitz gibt es neben Supermärkten auch Restaurants, Cafés bis hin zum Internetcafé. Hier kamen wir Samstag mittag an und wären fast ausgesperrt gewesen, da die Supermärkte Samstag Mittag bis Montag Früh schließen.
In Aus gibt es an der Tankstelle Kleinigkeiten, frische Lebensmittel allerdings nur sehr beschränkt.
In Maltahöhe soll man gut Lebensmittel einkaufen können. Für uns wäre das ein Umweg von 85 km einfach gewesen.
Im Store in Sesriem gibt es keine Frischwaren. Nur Konserven und Trockenware (Reis, Nudeln usw.)
Ebenso in Büllsport. Auch hier gibt es nur Konserven und Billtong, kein nennenswertes Obst und Gemüse, keine Milch oder Joghurt. Der Käse war vor einem halben Jahr abgelaufen.
Der Store in Solitaire, auf den wir viel Hoffnung gesetzt hatten, hatte außer Bier, Kaffee und einigen Keksen überhaupt nichts mehr. Sogar das Benzin war ausverkauft.
In Swakopmund werden alle Wünsche erfüllt und das auch am Wochenende.
In Uis, Kamanjab und Khorixas gibt es jeweils einen kleinen Supermarkt.
In Opuwo fanden wir zwei 2 Supermärkte mit eingeschränkter Auswahl an Frischkost.
Outjo erscheint dagegen wie das Paradies. Außer Läden und Bottlestore gibt es auch Banken und eine "deutsche" Bäckerei.
Im Etosha Nationalpark gibt es in jedem Camp einen recht gut ausgestatteten Store.
Sowie Tsumeb als auch Grootfontein bieten das gesamte Angebot.
Otjiwarongo ist ein netter gepflegter Ort mit einem Sparladen.
Kalkfeld, nördlich von Windhoek, ist nur eine Lehmhüttensiedlung.
Omaruru lädt nicht zum längeren Bleiben ein, hat aber Einkaufsmöglichkeiten.
In Karibib und Okahandja findet man ebenfalls gut ausgestattete Läden. In Okahandja gibt es einen 'Deutschen Bäcker' mit bestem Frühstück und Gebäck weit und breit.

Die Shops in den Nationalparks waren von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, auch an Wochenenden, geöffnet. Wasser und Brot bekommt man in jedem noch so kleinen Laden, in Ausnahmefällen auch Joghurt oder einen Apfel. Im allgemeinen war die Versorgung im Norden des Landes (nördlich von Windhoek) erheblich einfacher. Es gibt dort mehr und größere Städte als im Süden.


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