Namibia Namibia Reisebericht Mietwagenreise



Reisebericht Namibia per Mietwagen und Zelt (4. Woche)

Namibia Mit Zelt und Mietwagen (Pkw) als Individualreisende auf großer Rundreise in Namibia. Reisebericht über unsere Namibiareise (Selbstfahrertour) vom 19. Februar 2001 bis 28. März 2001.
Geschrieben von Gabriele Sigl.




Etosha Nationalpark, 15.03.2001 - 21.03.2001, Tage 25 - 31
Outjo - Etosha Nationalpark - Grootfontein


25. Tag, 15.03.01, Donnerstag, Outjo - Etosha Nationalpark - Eldorado Farm

Gepard Was wir in den ersten zwei Wochen unseres Urlaubes noch für selbstverständlich hielten, ist endlich wieder eingetreten: Wir haben strahlendblauen Himmel als wir aufwachen. Heute wollen wir das eigentliche Highlight unseres Urlaubs angehen: auf zum Etosha Nationalpark. Wir sind nur noch 100 km vom Tor entfernt. Auf der Teerstraße kommen wir zügig voran und kurz vor dem Parkeingang werden wir auf das Geparden-Schild einer Lodge aufmerksam. Wir halten natürlich an und die Hausherrin empfängt uns sehr freundlich und begleitet uns gleich zu den drei wunderschönen, lebhaften Geparden im Gehege. Wir sind begeistert von diesen freundlichen Katzen, die sich maunzend unterhalten. Außerdem gibt es auf dem Gelände zwei nicht ganz so freundliche Leoparden und einen weiteren, letzte Nacht eingefangen Leoparden. Er hatte auf der Farm gewildert und befindet sich noch immer in der Falle, sichtlich wütend über sein Schicksal. Es ist ein wunderbares, wildes Tier, aber in freier Wildbahn möchten wir ihm besser nicht begegnen. Wir werden heute abend hierher zurück kommen. Das Okaukuejo-Camp im Etosha Nationalpark liegt 17 km vom Eingangstor entfernt und auf dem Weg dorthin halten wir Ausschau nach Elefanten, Löwen und Nashörnern. Noch sind wir optimistisch und lassen uns von pessimistischen Prognosen und enttäuschten Berichten anderer Reisender nicht die Laune verderben. Ein Tag im Park vergeht sehr schnell. Wir sehen Zebras, unzählige Springböcke, Gnus, Oryx, Strauße, Perlhühner, Schakale, eine große Anzahl schwarzer Vögel, Reiher, Erdhörnchen und vieles mehr. Es wird nie langweilig und wir sind erstaunt, wie anstrengend das konzentrierte Schauen und Suchen sein kann. Glücklich, so erfolgreich gewesen zu sein, kehren wir am Abend zu unseren Geparden und Leoparden außerhalb des Parks zurück. Das Zelt errichten wir natürlich gleich neben dem Zaun, damit wir immer Blick auf unsere geschmeidigen Lieblinge haben. Am Abend sind wir zum Barbecue bei unseren Gastgebern eingeladen. Als Vorspeise gibt es selbstgefundene Pilze in Pfannkuchenteig und als Hauptspeise einen riesigen Berg Fleisch, Lamm aus eigener Aufzucht mit einer dicken Schicht Fett, gegrillte Kuduleber und Hühnerkeulen. Dazu eine kleine Schüssel Salat für alle, gegrillte Maiskolben und Aprikosenmarmeladenbrot mit hausgemachter Butter. Eine wahrlich interessante Zusammenstellung.

26. Tag, 16.03.01, Freitag, Eldorado Lodge - Okaukuejo (Etosha Nationalpark)

Zebras Unsere wilden Miezen warten schon auf uns bzw. auf das Frühstück. Um 7:30 Uhr ist Fütterung, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Außerdem werden das Kudu- und Impalababy mit der Flasche gefüttert. Wir nehmen noch Abschied vom Leoparden, dem ungestümen Raubtier, das wütend in seiner Falle knurrt, bevor wir uns wieder auf den Weg in den Etosha Nationalpark machen. Wir haben noch immer große Hoffnung, Elefanten zu entdecken. Doch leider machen sich heute alle Tiere ziemlich rar. Sogar die Zebras und Springböcke scheinen einen Tag frei genommen zu haben. Nur vereinzelt sehen wir einige Giraffen. Wir erklären daher eine Schildkröte, die gerade die Straße überqueren will, zum Highlight des Tages. Da die Ausbeute sehr gering und die langsame Fahrt sehr ermüdend ist, fahren wir in das Camp und schlagen unser Lager auf. An der Wasserstelle genießen wir beim Sonnenuntergang unser Abendbrot.

27. Tag, 17.03.01, Samstag, Okaukuejo - Halali (Etosha Nationalpark)

Zebras Wir sind es nicht gewohnt auf solch belebten Zeltplätzen zu schlafen. Es herrscht reges Kommen und Gehen. Während die einen Nachbarn bis spät in die Nacht quatschen, klappern die anderen Nachbarn schon früh am Morgen mit dem Geschirr. An Schlaf ist nicht zu denken. Kurz vor Sonnenaufgang sind wir abfahrbereit und hoffen in den frühen Morgenstunden viel Wild zu sehen. Doch der Park scheint wie ausgestorben und wir sind schon ziemlich frustriert als uns beinahe ein Löwe vor das Auto läuft. Offensichtlich haben wir ihn von seinem Ruheplätzchen direkt neben der Straße aufgescheucht. Bis wir realisieren, was wir soeben entdeckt haben, sucht er sich schon einen anderen Platz im hohen Gras, weniger als 10 m von uns entfernt. Gelassen läßt er sich nieder und schließlich ist nur noch der gewaltige Kopf zu sehen. Wir staunen über die Schönheit und Eleganz der großen Katze und beobachten ihn fast eine ganze Stunde, bis er sich von zwei weiteren heranfahrenden Fahrzeugen gestört fühlt und im Busch verschwindet. Selig über so viel Glück fahren wir weiter ins nächste Camp. Hier richten wir uns erst einmal häuslich ein und lauschen gespannt unseren Nachbarn aus der Schweiz, die uns von ihrer 2½ Jahre dauernden Fahrradtour von Neuseeland nach Indien erzählen während unsere Wäsche trocknet. Dann gönnen wir uns ein Bad im Pool. Diesen Luxus, den wir hier in Namibia genießen, haben wir nicht erwartet und wir kommen uns mal wieder vor wie im Paradies. Am späten Nachmittag fahren wir noch einmal raus in den Busch zu einem Aussichtspunkt am Rand der Salzpfanne. Man kann sich leider nur eine kleine Vorstellung von der gewaltigen Dimension der Pfanne machen. Zur Feier des Tages weicht unser heutiges Abendessen vom sonst üblichen Dosen-Einerlei ab. Im kleinen Store kann man gut einkaufen und so gibt es heute Krautsalat mit Oliven und Tomaten. An der Wasserstelle des Camps gibt es zum Sonnenuntergang außer unzähligen Moskitos kein weiteres Tier zu sehen.

28. Tag, 18.03.01, Sonntag, Halali (Etosha Nationalpark)

Löwe Dieses Camp ist zwar deutlich ruhiger als das letzte, doch nützt das nicht viel bei den gleichen Nachbarn vom Vortag. Es gibt Leute, die hemmungslos bis spät in die Nacht lautstark zocken und alle 10 Minuten eine leere Bierflasche im hohen Bogen in die blechernen Mülleimer werfen. Wir werden ihnen einen Tag Vorsprung geben und eine Nacht länger hier bleiben. Unser erstes Ziel ist Goas, eine Wasserstelle an der in den letzten Tagen mehrmals ein Löwe gesichtet wurde. Wir haben Glück, denn er ist noch da. Jedoch können wir ihn unter dichtem Gebüsch im tiefen Gras mehr erahnen als sehen. Wir stellen uns auf längeres Warten ein. Längeres Warten wird bei uns in der Regel mit Essen gestaltet. Also packen wir unser Müsli aus und frühstücken gemütlich während wir den Löwen beobachten. Hin und wieder räkelt er sich im Gebüsch bevor er plötzlich den Kopf hebt und dröhnend brüllt. Offensichtlich hatte er jemandem etwas mitzuteilen. Gut gebrüllt Löwe. Schließlich fahren wir weiter. Unsere Jagdbeute ist ansonsten gering und den Nachmittag verbringen wir wieder am Pool. Im Store kaufen wir frische Lebensmittel ein und freuen uns auf eine große Portion Salat. Ein weiterer Besuch am Wasserloch bietet außer einem schönen Sonnenuntergang und den ansässigen Moskitos keine weitere Aufregung.

29. Tag, 19.03.01, Montag, Halali - Namutoni (Etosha Nationalpark)

Wir setzen unsere Safari fort und verlassen Halali. Natürlich nicht ohne vorher in Goas noch einmal nach unserem Löwen zu sehen. Und er enttäuscht uns nicht. Gerade mal 10 m neben der Straße liegt der faule Kerl und geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach - Schlafen. Immer wieder fallen ihm die Augen zu zu - das Rumliegen muß ermüdend sein. Fasziniert beobachten wir das königliche Raubtier und schließlich hebt er auch den Kopf und läßt sich in seiner ganzen Schönheit bewundern. Wir fahren eine Schleife aus und gelangen an eine wunderschöne große Blumenwiese. Erstmals sehen wir wieder Zebras, Springböcke, Gnus und Oryx in großer Zahl. Es ist so friedlich hier, daß wir einige Zeit verweilen. Je mehr wir uns dem Camp Namutoni nähern, desto mehr Wild bekommen wir zu sehen. Herrliche Giraffen direkt auf der Straße und viele verschmuste Zebras. Elefant Als wir das Camp erreichen sind wir steif gesessen und müde. Der Pool kommt uns gerade recht. Hier können wir uns ein wenig strecken bevor wir beim Abendlicht noch einmal hinaus fahren in den Park. Plötzlich wimmelt es überall von herrlichen Tieren. Riesenhafte Giraffen, große Herden Zebras, Impalas, Gnus, Springböcke und Kudus. Strauße sind auch hier und zwei Warzenschweine rennen vor uns mit erhobenem Schwanz über die Straße. Wir entdecken zwei Schakale und zu guter Letzt läuft uns noch ein Elefant vor das Visier. Damit haben wir nicht gerechnet. Ein prächtiger einzelner Bulle. Wir sind schon spät dran und kehren glücklich in das Camp zurück. Sogar am Wasserloch des Camps sehen wir heute Springböcke und Zebras.

30. Tag, 20.03.01, Dienstag, Namutoni (Etosha Nationalpark)

Giraffen Die Zeit vergeht viel zu schnell. Schon sind 4 Wochen Urlaub vorbei und wir können uns kaum mehr daran erinnern, was wir schon alles erlebt haben. So viele Eindrücke müssen sortiert und verarbeitet werden und vieles bleibt dabei auf der Strecke. Erst die Fotos und ein Blick in die Aufzeichnungen werden uns die eine oder andere Erinnerung wieder lebendig erscheinen lassen. Wir haben sehr viel Glück mit dem Wetter. Im Etosha Park muß es vor unserer Ankunft heftig geregnet haben. Überall stehen Wasserpfützen und die Tiere haben sich zurückgezogen. Heute haben wir erstmals statt blauem Himmel im Etosha leichte Bevölkung. Wir sichern das Zelt bevor wir zur Elefantensafari aufbrechen. Wir sind guter Dinge und hoffen heute mehr Elefanten und vielleicht Nashörner zu sehen. Nördlich vom Camp soll sich eine ganze Herde Elefanten herumtreiben aber wir scheinen sie knapp verfehlt zu haben denn außer frischem Mist, den die Perlhühner im hohen Bogen zerpflügen sehen wir keine Spuren. Ganz am oberen Ende des Parks stoßen wir in der weiten Ebene auf riesige Herden Zebras, Gnus und sonstigem Getier. Etliche Giraffen äsen direkt an der Straße. Obwohl wir schon so viele von ihnen gesehen haben, werden wir ihrer nicht müde. Wir beobachten die grazilen Tiere immer wieder gerne. An einer verlassenen Wasserstelle machen wir eine Pause bevor wir ins Camp zurückkehren. Um die Mittagszeit bis in die Abenddämmerung ist es hoffnungslos, fast alle Tiere scheinen sich zu verstecken. Erst gegen Abend fahren wir wieder raus. Wir versuchen unser Glück auf der selben Strecke und diesmal kommen wir zur rechten Zeit. Ein großer Elefantenbulle steht am Straßenrand und ortet die Lage. Elefanten In einiger Entfernung im Hintergrund versteckt sich der Rest der Herde. Sie kommt durch den Busch langsam auf uns zu und zu unserer Begeisterung überquert die ganze Familie direkt vor uns im Gänsemarsch die Straße. Große Kühe mit jüngeren Tieren und dazwischen zwei kleinen Elefantenbabies. Der Bulle hat es nicht eilig, nimmt noch eine kleine Staubdusche und trottet der Herde schließlich gemütlich hinterher. Kurze Zeit später sind sie alle hinter einer Kuppe verschwunden und lassen uns entgeistert auf der staubigen Straße zurück. An einer Wasserstelle in der Nähe stoßen wir auf eine große Herde Giraffen. Ein wundervoller Anblick im goldenen Abendlicht. Wir haben noch etwas Zeit bevor das Gate schließt und machen noch einen kleinen Abstecher zur Pfanne. Weit kommen wir nicht, schon wieder steht ein großer Elefantenbulle am Straßenrand. Da steht er nun, keine 15 m von uns entfernt und schaut uns grimmig an. Vielleicht will er die Straße genau da überqueren, wo wir stehen. Da taucht plötzlich zu unserer linken ein weiterer Bulle auf. Jetzt wird es spannend und wir setzen vorsichtshalber ein paar Meter zurück. Der Bulle zu unserer linken tastet sich langsam vor. Nur die Straße trennt die zwei Kontrahenten noch. Nun wird der Bulle auf der rechten Seite sichtlich nervös: er stellt bedrohlich Ohren und Rüssel auf. Der linke hat verstanden und verschwindet widerspruchslos rückwärts im Busch während der rechte seelenruhig mit seiner Sanddusche fortfährt. Der links tut als wäre nichts gewesen, pflückt mühelos einen Busch mit seinem Rüssel und macht sich gemütlich darauf herumkauend davon. Es ist spät geworden. Wir müssen zurück und der Weg am Pfannenrand ist im goldenen Abendlicht besonders schön. Wir sehen noch viele interessante Vögel, gelbe Webervögel beim Nestbau, etliche Gabelraken und einige Trappen. Am Horizont können wir eine phantastische Gewitterwolke samt Regen erkennen während der sonstige Himmel blau strahlt. Die Wolke wird von einem schönen Regenbogen eingerahmt - nur unglücklicherweise hängt die Wolke genau über unserem Zeltplatz. Bis wir zurückkommen ist der ganze Spuk vorbei und wir genießen einen schönen, trockenen, warmen Abend unter tausenden von Sternen.

31. Tag, 21.03.01, Mittwoch, Namutoni (Etosha Nationalpark) - Grootfontain

Vorbei ist es mit dem schönen Wetter. Am morgen fängt es an zu regnen und hält den ganzen Tag an. Wir begeben uns trotzdem auf eine letzte Pirsch. Die beste Tageszeit für Tierbeobachtung ist, wie wir einmal mehr feststellen müssen am abend zwischen 16:00 und 19:00 Uhr. Trotzdem haben wir das Glück eine Gruppe Hyänen, eine Löwin und unsere große Elefantenherde zu sichten. Elefanten Die Elefanten wollen unmissverständlich die Straße überqueren. Wir setzen zurück um ihnen einen Korridor frei zu machen. Ein uns entgegenkommendes Fahrzeug nutzt diese Möglichkeit aus, einen besseren Logenplatz zu bekommen, setzt dicht nach und schneidet dadurch den Elefanten wieder den Weg ab. Auch die Drohgebärden des großen Bullen scheinen auf die Insassen keinen Eindruck zu machen - Hauptsache man bekommt das beste Foto. Aus unserer Position sieht es aus, als ob die Herde gleich direkt über das Auto laufen würde aber sie weichen schließlich aus und laufen dahinter vorbei. Woraufhin sich das Fahrzeug quer zur Fahrbahn stellt und uns die Sicht verdeckt. Egoisten. Wir haben genug für heute und verlassen den Park in Richtung Tsumeb. Seit Tagen haben wir uns nicht mehr mit der Routenplanung beschäftigt. Das holen wir in einem Café bei Tsumeb nach. Hier ist nichts los und die Geschäfte sind geschlossen, denn heute ist 11. Unabhängigkeitstag. Es regnet trotzdem und wir fahren weiter bis Grootfontain. Auf der Strecke kommt nichts überwältigendes und auch im Ort ist es eher still. In einer Lodge in der Nähe können wir unser Zelt zwischen Bänke und Tische unter ein Dach quetschen. Hier bleibt es trocken und wird von einem Bullterrier und einem Dalmatinerhund eifrig bewacht und verteidigt - auch vor uns.

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