Namibia Namibia Reisebericht Mietwagenreise



Reisebericht Namibia per Mietwagen und Zelt (2. Woche)

Namibia Mit Zelt und Mietwagen (Pkw) als Individualreisende auf großer Rundreise in Namibia. Reisebericht über unsere Namibiareise (Selbstfahrertour) vom 19. Februar 2001 bis 28. März 2001.
Geschrieben von Gabriele Sigl.




Duwisib Castle - Swakopmund, 26.02.2001 - 05.03.2001, Tage 8 - 15
Farm Neisib - Duwisib Castle - Sesriem/Sossuvlei - Naukluft Park - Solitaire - Rostock Ritz - Swakopmund


8. Tag, 26.02.01, Montag, Neisib - Duwisib Castle

Pad 707 Es hat nicht mehr geregnet und die Sonne scheint so als hätte es überhaupt nie Regen gegeben. Heute durchqueren wir eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend. Wir passieren eine Trasse (Pad 707) zwischen den Bergen und der Wüste Namib. Teilweise läuft die Straße durch die Berge, dann biegt sie wieder ab in die Wüste. Zu Beginn fahren wir auf leuchtend roten Straßen durch hellgrüne Graslandschaft welche wunderschön in der frühen Morgensonne schimmert. Links von uns können wir bereits rote Sanddünen erkennen. Lange zieht sich dieses Bild dahin und in der weiten Entfernung begleiten uns die Berge des Tirasgebirges. Wir kommen an das Tor der Koiimasis-Farm. In 20 km Entfernung soll man das Leben auf einer Straußenfarm live miterleben können und deswegen beschließen wir der Farm einen Besuch abzustatten. Wulf, der Farmbesitzer, begrüßt uns schon in fließendem Deutsch am Tor, doch dann stellt sich heraus, daß er heute keine Zeit hat und wir uns nach einem kurzen Gespräch wieder verabschieden müssen. Dennoch war dieser Abstecher allein der Landschaft wegen lohnend. Unsere weitere Reise führt uns nun direkt durch die Wüste. Links und rechts nur noch Sand und davon ziemlich viel. Nicht ein Grasbüschel läßt sich mehr blicken. Da es auch keine Bäume gibt, die uns Schatten spenden könnten bleibt uns nichts anderes übrig als mitten auf der Straße anzuhalten um Mittagspause zu machen. Der Verkehr ist nicht sehr üppig. Heute sind uns gerade mal zwei Autos begegnet. Kurze Zeit später wendet sich die Straße ab in die Berge. Es wird wieder grüner. Das Gras steht hoch und Büsche und Bäume durchsetzen die Landschaft. Wir sehen riesige Nester von Webervögeln. Manche Bäume scheinen davon regelrecht erdrückt zu werden. Vereinzelt tauchen wieder Farmen auf. Unser heutiges Tagesziel ist Duwisib Castle. Die massive Burg wurde von dem Deutschen Hansheinrich von Wolff 1908 mitten in Afrika errichtet. Allerdings hat sie gerade mal die Ausmaße eines größeren Bungalows und bald sind wir mit der Besichtigung fertig. Hinter dem Schloß gibt es ein Café, in welchem wir heißhungrig den letzten Apfelkuchen verschlingen und bei einer Cola beschließen hier zu lagern. Wir machen es uns am Campingplatz gemütlich, bauen das Zelt auf, und während ich unseren Schlafplatz einrichte, höre ich Thomas draußen irgendwas von "Quelle entdeckt" brabbeln. Offensichtlich fordert die Hitze ihren Tribut. Als ich wieder aus dem Zelt krieche, sehe ich sie auch. Aus dem Boden direkt bei unserem Zelt sprudelt kräftig frisches Wasser. Welch Segen in Namibia, doch was macht der Hering mitten in der Quelle? Wir haben zielgenau einen Wasserschlauch angebohrt, der gerade mal 2 cm unter der Oberfläche begraben lag. Inzwischen steht schon der halbe Platz unter Wasser. Während Thomas verzweifelt versucht das Loch mit Sand zu stopfen, reiße ich hektisch alle Heringe raus und bringe das Zelt samt Inhalt in Sicherheit. Doch jetzt, was tun? Wo doch Wasser in Namibia so wertvoll ist? Während wir versuchen den Haupthahn zu finden, kommen zufällig zwei Ranger gemütlich vorbeispaziert die uns erklären, daß das ständig passiert. Gelassen flicken sie das Loch mit einem Stück Schlauch, den sie bereits dabei haben und lassen uns mit unserem "Schlammassel" wieder alleine.

9. Tag, 27.02.01, Dienstag, Duwisib Castle - Sesriem

Dünen bei Sesriem Bei strahlendem Sonnenschein aufzuwachen ist für uns inzwischen schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir frühstücken unser letztes Müsli und machen uns auf den Weg zum nächsten Highlight - den Sanddünen und dem Sossouvlei bei Sesriem. Heute haben wir nur eine relativ kurze Strecke zu fahren. Die ca. 120 km schaffen wir mit zahlreichen Fotostops in knapp 2 Stunden. Landschaftlich ist es ähnlich wie gestern und wieder erstreckt sich die Straße schnurgerade durch das Land. Ein Test ergibt eine Streckensicht von mehr als 15 km. Gegen Mittag erreichen wir Sesriem. Der Ranger dort mag uns offensichtlich nicht, vielleicht ist er angesäuert, weil wir sein undeutliches Gebrabbel nicht auf Anhieb verstehen. Angeblich sei das gesamte Camp ausgebucht und er bietet uns die letzten freien Plätze 22 und 23 zur Auswahl an. Beide Plätze sind etwas abgelegen und haben weder Licht noch Windschutzmauer. Es gibt einen kleinen Laden und eine Tankstelle jedoch kein Restaurant, nur eine Bar am Pool. Zum Vergleich besuchen wir die nahe gelegene Mövenpick Lodge in der wir uns für kurze Zeit wie noble Pauschaltouristen fühlen. Hier treffen wir unsere Zeltnachbarinnen von gestern wieder, die, obwohl später angekommen einen sehr schönen Platz im Camp zugeteilt bekommen haben, ebenso wie andere Reisende, die wir später noch treffen. Soviel zu "ausgebucht". Auch der Motorradfahrer, den wir in Kolmanskuppe bereits betroffen haben ist wieder hier. Er reist seit 5 Jahren rund im die ganze Welt. Wie dem auch sei, wir haben heute keine Lust unser Zelt aufzubauen, dazu ist es viel zu heiß und windig. Der Wind kommt direkt aus dem Backofen Wüste. Gleich in der Nähe soll es einen Canyon geben, den wir aufsuchen. Wir sind positiv überrascht: Es handelt sich um eine ca. 50 m tiefe Schlucht, in der man herrlich wandern kann. Im Schatten der Steilwände ist es angenehm kühl und nicht so windig. Am oberen Ende stoßen wir auf mehrere kleine Wasserlöcher an denen unzählige Vögel leben. Am liebsten würden wir den erfrischenden Ort gar nicht mehr verlassen aber eine große schwarze Wolke macht uns Sorgen. Wir haben gehört, daß ein ausgetrocknetes Flußbett bei Regen zum reißendem Strom mutieren kann selbst wenn es an Ort und Stelle gar nicht regnet. Wir haben noch immer keine rechte Lust, unser Lager aufzubauen und so bleiben wir erst mal im kühlen Auto sitzen als plötzlich ein Sandsturm über uns hereinbricht. In Sekundenschnelle verschwindet der Baum in 50 m Entfernung im Sand und ebenso schnell füllt sich jede Ritze im Inneren unseres Autos mit feinem Staub. Nach 20 Minuten ist der ganze Spuk vorbei und wir können unser Zelt aufbauen. Extra gut gesichert und alle Luken geschlossen. Wir nehmen ein erfrischendes Bad im Pool und entkommen gerade mal dem nächsten Sandsturm indem wir uns in die Bar retten. Düne bei Sesriem Zum Sonnenuntergang möchten wir gerne zu den Dünen im Park fahren. Die im Reiseführer angepriesene Düne bei km 4,5 sehen wir nicht und hoffen den Aussichtspunkt bei km 25 noch rechtzeitig zu erreichen. Doch auch den können wir nicht erkennen. Einige Springböcke kreuzen vor uns die Straße und wir müssen vorsichtig sein. Links erstrecken sich in der Ferne Berge, die von der tief stehenden Sonne golden angestrahlt werden. Darüber hängen schwarze Regenwolken. Ein schöner Anblick. Rechts umrunden wir die ersten riesigen Sanddünen die jedoch im Schatten liegen. Schließlich eröffnet sich uns ein breites Tal, rechts und links eingerahmt von dunkelrot leuchtenden Sanddünen. Die Sonne steht schon tief und als wir keine Zufahrt zu den Dünen finden, beschließen wir zu laufen. Ein Kameldornbusch am Boden einer der Dünen hat es uns besonders angetan. Allerdings verschätzen wir uns was die Entfernung angeht gründlich. Als wir die Hälfte der Strecke bewältigt haben, geht schließlich die Sonne unter und die leuchtende Düne samt Kameldornbusch verwandelt sich zu einer einheitsgrauen Masse. Inzwischen hat es angefangen zu tröpfeln und wir werden mit einem herrlichen Regenbogen entschädigt.

10. Tag, 28.02.01, Mittwoch, Sesriem - Naukluft Nationalpark

Düne 45 Alle unsere Zeltnachbarn verlassen noch im Morgengrauen das Camp um evtl. zum Sonnenaufgang, sicher jedoch zum morgendlichen Licht und vor der großen Hitze am Sossouvlei zu sein. Wir nicht. Wir drehen uns noch einmal um und hoffen so dem Massenandrang bei den Dünen zu entkommen. Zuerst müssen wir die 64 km vom Parkeingang zum Sossouvlei zurücklegen. Das dauert seine Zeit, da wir natürlich unzählige Male anhalten um jedes Detail der Dünen beim besten Morgenlicht auf Bild festhalten. Leider sind die Motive alle sehr weit entfernt, nur Düne 45 kann man direkt anfahren. Nichts desto trotz ist es ein wunderschönes Spektakel und wir bekommen nicht genug davon. Vom Parkplatz am Ende der Straße sind es noch 5 km die man nur mit einem Allradfahrzeug oder zu Fuß bewältigen kann. Den Service des Shuttles schlagen wir aus, denn es ist noch kühl und wir möchten die Strecke durch teilweise tiefen Sand zu Fuß bewältigen. Gerüstet mit Proviant, Wasser und Sonnenschutz machen wir uns auf den Weg. Während der ganzen Strecke eröffnen sich uns herrliche Ausblicke auf verschiedene Dünenformationen. Nach ca. 1½ Stunden erreichen wir unser Ziel, das Sossouvlei. Sossuvlei Im ersten Moment sind wir enttäuscht, es sieht nicht viel anders aus, als das, was wir bisher gesehen haben. Doch als wir die ca. 200 m hohe Düne am Rand des Vleis erklimmen tun sich uns unglaublich schöne Perspektiven auf. Wir überblicken das ganze Umland, die Dünen und die dazwischen liegenden Vleis. Wie zwei Nomaden lassen wir uns auf dem großen Sandhaufen nieder. Die Dünen gehören uns ganz allein und wir belohnen uns mit saftigen Äpfeln und können gar nicht genug bekommen von der Impression Wüste. Schließlich müssen wir schweren Herzens wieder absteigen, da wir noch zu einem weiteren Vlei wandern wollen. Doch dieser Abstecher, so lohnenswert er ist, erweist sich als Tortur. Fast schlagartig wird es sehr heiß und der Marsch durch den tiefen glühenden Sand wird zur Qual. Wir können die Hitze durch unsere Wanderstiefel spüren und sehnen uns nach einem Plätzchen im Schatten. Wir sind schon ziemlich ausgebrannt, als wir nach einem zusätzlichen Kilometer hinter einer Kuppe endlich das "Deadvlei" erblicken. Der Name ist sehr treffend gewählt. Inmitten der roten Sanddünen liegt eine weiße Lehmsenke in der die Skelette unzähliger verdorrter Bäume stehen. Der Boden ist zu ungleichmäßigen fünfeckigen Platten ausgetrocknet, die sich an den Rändern hoch biegen. Die Luft flimmert über dem sengenden Kessel. Ein unheimlicher Anblick. Wir schleppen uns zurück zur Straße, lassen uns erschöpft im Schatten des erstbesten Baumes nieder, und warten auf ein Taxi. Wie erwartet kommt keines. Wieder etwas gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Der Weg ist nun nicht mehr so anstrengend und schließlich kommt ein Jeep der uns die letzten 3 km mitnimmt. Geschafft. Deadvlei Zurück im Camp gönnen wir uns erst einmal eine erfrischende Dusche und beraten dann bei einer kühlen Coke wie unsere weitere Reise aussehen soll. Unsere Lebensmittelvorräte gehen zur Neige, wir träumen vom Steak heute abend und entscheiden uns für das Rostock Ritz, einer Lodge, die laut unserer Karte 120 km entfernt in der Nähe des Eingangs zum Naukluft Nationalparks liegen soll. Der Anblick der dicht bewaldeten, hohen Berge des Naukluft Gebirges, schmeichelt unseren Augen. Auf dem Weg zur Lodge durchqueren wir ein wunderschönes Tal, doch die Lodge taucht nicht auf und wir enden unvermittelt in Büllsport. Einem Ort der aus einer Farm und einem kleinen Laden besteht. Dort erfahren wir daß die Lodge auf unserer Karte falsch eingezeichnet ist und sich ca. 110 km in einer ganz anderen Richtung befindet. Wir dürfen nicht bleiben und werden auf den staatlichen Campingplatz im Nationalpark verwiesen. Im Laden decken wir uns mit Brot, Cornflakes und den letzten zwei Äpfeln ein. Den Käse der vor einem halben Jahr abgelaufen ist verschmähen wir jedoch und nehmen statt dessen Billtong - getrocknetes Fleisch - mit. Den Traum vom Steak müssen wir auf morgen verschieben. Es ist schon spät, wir müssen uns vor der Dunkelheit nach einem Zeltplatz umsehen. Der Nationalpark ist schlecht beschildert, wir öffnen selbst das Tor und fahren auf gut Glück etwa 15 km in den Park. Sollte am Ende kein Campingplatz kommen, haben wir ein Problem, denn es ist nicht erlaubt, sich nach Sonnenuntergang außerhalb eines Camps im Nationalpark aufzuhalten. Eine Stromleitung macht uns Hoffnung und wir haben Glück am Ende schließlich einen Campingplatz zu finden. Das war knapp, nun ist die Welt wieder in Ordnung. Heute haben wir uns ein Bierchen unter Sternenhimmel verdient.

11. Tag, 01.03.01, Donnerstag, Naukluft Nationalpark

Uns gefällt es gut in diesem Park und wir werden noch eine weitere Nacht bleiben. Heute steht eine ausführliche Wanderung auf dem Programm. Allerdings kommen wir nicht so früh weg, wie es sich für Wanderer geziemt aber das ist uns egal, niemand wird es erfahren. Es gibt einen 17 km langen Rundwanderweg, den "Waterkloof", für den man 6-7 Stunden benötigen soll. Er startet in einem trockenen Bachlauf ganz in der Nähe des Zeltplatzes. Schon bald haben wir die Markierungen verloren und zweifeln daran, ob das Flußbett überhaupt noch ein Weg ist. Wir klettern tapfer weiter bis wir vor einer Felswand stehen. Nun sind alle Zweifel beseitigt: wir haben uns endgültig verlaufen. So schnell geben wir uns jedoch nicht geschlagen, schließlich haben wir bereits einen mühsamen, schweißtreibenden Aufstieg hinter uns. Es gelingt uns die Felswand zu umgehen und weiter geht die Kletterpartie durch das enge Bachbett hinauf. Schlecht motiviert erreichen wir schließlich plötzlich das Hochplateau. Wir haben etwa eine Höhe von 1900 m erklommen und genießen nun einen wunderbaren Ausblick auf das umgebende Flachland. Ein großer grün-schwarzer Schmetterling flattert fröhlich um uns herum. Beim Abstieg machen wir an der Felswand Mittagspause, da es hier den wohl einzig verfügbaren ca. 50 cm breiten Streifen Schatten gibt. Ein Adler kreist kurze Zeit über unserem Trockenfleisch. Später stoßen wir auf das, was wahrscheinlich der offizielle Weg ist. Wie uns scheint, hat den schon längere Zeit niemand mehr gefunden. Am Nachmittag erholen wir uns von der anstrengenden Wanderung und irgendwann gibt es das übliche Abendessen. Altes Brot, Dosenwurst und abgestandenes Wasser. Unsere Verpflegung wird langsam eintönig und wir sehnen uns nach einer anständigen Mahlzeit. Der einzige kulinarische Höhepunkt am Abend ist lauwarmes Windhoek Lager, gebraut nach deutschem Reinheitsgebot.

12. Tag, 02.03.01, Freitag, Naukluft Nationalpark - Solitaire - Rostock Ritz

Wir wollen eine weitere Wanderung unternehmen und hoffen am frühen Morgen die seltenen Hartmann Bergzebras zu sehen. Das Office hat bei unserem Aufbruch noch geschlossen. Auf dem Weg zum "Olive Trail" begegnen wir einigen Kudus. Die Wanderung soll etwa 4 Stunden dauern und diesmal ist der Pfad gut ausgeschildert. In der ersten Stunde zieht sich der Weg stetig bergan bis wir das Hochplateau in ca. 1830 m Höhe erreichen. Wir haben einen schönen Blick auf die Berge, die von der frühen Sonne angestrahlt werden. Von Bergzebras jedoch keine Spur. Vom Plateau steigen wir in ein Flußbett ab. Wir sind ein wenig enttäuscht von der Eintönigkeit des Weges und umso mehr überrascht es uns, als sich das Flußbett zu einem tiefen Canyon entwickelt den wir über die gesamte Länge durchqueren. Das Bett wird immer enger, rechts und links ragen steile Wände bis zu 100 m in den dunkelblauen Himmel. An Felsvorsprünge und Nischen klammern sich Köcherbäume und viele andere geschützte Sukkulenten sowie gewaltige Bäume die sich auf halsbrecherische Weise an den Fels schmiegen und sich mit ihren langen Wurzeln haltsuchend in den Stein bohren. Wir sind hingerissen von der gewaltigen Schönheit der "Köcherbaumschlucht". Wir entdecken einige "Murmeltiere" in den Felsen. Wie wir später erfahren handelt es sich dabei um Clippsleaver, einer mit Elefanten verwandten Tierart. Naukluft Park Die Schlucht wird immer enger und ist am Schluß nur noch wenige Meter breit. Grasgrünes Wasser füllt einige Becken und Libellen und Bienen tummeln sich darin. Wir klettern über manch große Felsen und ausgetrocknete Wasserfälle. An einer Stelle müssen wir uns sogar an einer Kette am steilen Felsen entlang hangeln, da die Schlucht so eng wird und am Grund mit Wasser gefüllt ist, daß man sie nicht mehr normal passieren kann. Nach kurzer Bedenkzeit bringen wir die anspruchsvollere Stelle problemlos hinter uns, denn zum Umkehren sind wir schon zu lange gelaufen. Nach 4 Stunden erreichen wir eine Allradpiste und wir werden diese Wanderung als eines der schönsten Erlebnisse in Namibia in Erinnerung behalten. Von hier ist es nicht mehr weit zum Auto. Wir essen unsere letzten Vorräte, denn für heute abend erhoffen wir uns endgültig Kudu- und Straußensteak. Der Laden in Solitaire ist total ausverkauft. Außer Bier gibt es keine kühlen Getränke und keine Frischkost. Auch Benzin gibt es erst in 10 Tagen wieder - vielleicht auch nicht. Trotzdem kommt uns die Pause recht. Während wir uns mit Kaffee und Keksen begnügen werden wir pausenlos um Mitfahrgelegenheiten gebeten. Und egal ob wir angeben nach Norden oder nach Süden zu fahren, den Leuten scheint es egal zu sein - Hauptsache weg von hier. Unser Tagesziel ist wieder mal das Rostock Ritz und nun sind wir nur noch 40 km davon entfernt. Die Berge haben wir schon lange hinter uns gelassen und nähern uns wieder den Ausläufern der Wüste Namib. Überall auf der Strecke warten schwarze Fußgänger. Wir wundern uns, wo sie herkommen und wo sie hinwollen in dieser Einsamkeit, bei der Hitze, ohne Gepäck, barfuß und ohne Wasser. Einen nehmen wir noch ein paar Kilometer mit bevor wir zum Rostock Ritz abbiegen aber wegen diverser Sprachschwierigkeiten bleiben unsere Fragen weiter unbeantwortet. Er bittet uns zum Abschied noch um Wasser, was wir ihm natürlich nicht verwehren. Das Rostock Ritz erinnert eher an eine Bunkersiedlung in einem Kieswerk als einer Lodg. Doch der äußerliche Anblick täuscht: Innen ist die Anlage sehr geschmackvoll eingerichtet und wir bekommen alles, wovon wir in letzter Zeit geträumt haben. Einen herrlich erfrischenden Pool mit schöner Aussicht, bequeme Liegen im kühlen Schatten zum Entspannen und ein ausgesprochen leckeres Abendessen bei Kerzenschein unter Sternenhimmel. Oryx- und Straußensteak mit Kartoffeln, Reis und Salat sind hervorragend zubereitet, der Service ist für unsere Verhältnisse geradezu nobel und die Preise überraschend human. Da bleibt kein Wunsch unerfüllt. Am liebsten würden wir so lange hier bleiben, bis wir die Speisekarte zweimal rauf und runter gegessen haben.

13. Tag, 03.03.01, Samstag, Rostock Ritz - Swakopmund

Wir verlassen die heimelige Lodge nach einem ausgiebigen Frühstück und einem interessanten Gespräch mit der österreichischen Pächterin und machen uns auf den weiteren Weg durch die immer noch sehr einsame Wüste. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Kuiseb-Pass. Aufgrund eines Tips machen wir einen Abstecher durch den Nationalpark und besuchen zwei Wasserstellen bevor wir wieder die parallel laufende C28-Piste erreichen. Für den Abstecher benötigt man wieder einmal eine besondere Erlaubnis. An den Wasserstellen sollen sich besonders gerne Wildtiere aufhalten. Außer unzähligen Straußen und einigen Oryx und Kudus macht sich höchstens das ungewöhnliche Grün am Rand eines trockenen Baches gut. Jedenfalls war der Abstecher kein Umweg und am frühen Nachmittag erreichen wir Swakopmund. Wir steuern ausnahmsweise ein Backpackers an, doch es ist ausgebucht und wir werden zum Nachbarn verwiesen. Hier werden wir bereits auf Deutsch begrüßt, aber auch hier ist voll. Die Leute sind sehr nett und empfehlen uns eine weitere Adresse. Falls auch dort voll ist sollen wir wieder zurückkommen, denn dann würden sie für uns eine andere Unterkunft organisieren. Auf keinen Fall sollen wir hinaus zum offiziellen Campingplatz an Meile 4 fahren, denn dort sei es zu gefährlich. Wir haben das auch gar nicht vor, weil wir gerne in der Stadt bleiben möchten. In der Desert Sky Backpackers Lodge bekommen wir ein bequemes Bett und wir nutzen die Gelegenheit, das Auto auszuräumen, das Gepäck neu zu organisieren und sogar die Wäsche waschen zu lassen. Anschließend begeben wir uns auf einen Stadtrundgang in Swakopmund. Die Stadt erscheint uns wie das Paradies: Es gibt richtige Supermärkte, Cafés, Souvenierläden, einen Markt und sogar ein Internetcafé. An der Strandpromenade gibt es einen bewässerten Rasenstreifen gesäumt von riesigen Palmen und tropischen Blüten. Es gibt einen tollen Sandstrand mit Strandbad und Leuchtturm. Die Läden haben zu unserem Glück auch am Wochenende geöffnet und wir trollen uns darin herum als hätten wir so etwas noch nie gesehen. Swakopmund ist eine sehr deutsche Stadt. Von der deutschen Markenbutter über Krapfen bis hin zu deutschen Zeitungen kann man alles bekommen. Sogar ein "Brauhaus" fehlt nicht. Wir können nicht widerstehen, kaufen uns süßes Gebäck und Cola und machen uns ausgehungert nach den Entbehrungen der letzten Woche darüber her. Wir haben noch einiges zu erledigen, so lassen wir uns per E-mail von Schneetreiben, Eiszeit und BSE-Krise in Deutschland berichten und senden Neid erweckende Sonnenberichte nach Hause. Anschließend rufen wir bei Hertz an und erfahren, daß wir morgen unseren liebgewonnen Bus abgeben müssen. Zum Abendessen gönnen wir uns Straußensteak und gegrilltes Zebra und sind wieder begeistert von der namibischen Kochkunst. Unser Ober Gabriel versteht sein Fach und ist außergewöhnlich freundlich. Als Nachspeise stellt er uns noch "Amarula", einen einheimischen Likör vor.

14. Tag, 04.03.01, Sonntag, Swakopmund

Welwitschia-Pflanze Zum ersten mal seit wir in Namibia sind ist der Himmel am Morgen bedeckt. Aber das ist für das Küstengebiet offensichtlich normal und die Wolken verziehen sich bis Mittag. So ist es auch nicht so heiß und wir starten nach dem Frühstück zum Welwitschia-Drive. An der vorgegebene Rundstrecke beeindruckt uns die Mondlandschaft (die auch wirklich so wirkt), das Flußbett des Swakop (das zwar wieder einmal ausgetrocknet ist, jedoch eine grüne Oase mit gelben Blüten inmitten der Wüste darstellt), und natürlich die Talerbäume und Welwitschia-Pflanzen. Zurück in Swakopmund genießen wir noch einen Strandspaziergang, lassen uns ein Eis schmecken und verbummeln den Rest des Tages.

15. Tag, 05.03.01, Montag, Swakopmund

Wir haben beschlossen noch einen weiteren Tag in Swakopmund zu verbringen. Es ist einfach zu schön hier. Swakopmund bietet jeden Komfort. Läden in denen man herrlich bummeln kann, Restaurants, in denen man zu angenehmen Preisen vorzüglich schmausen kann, Cafés am Straßenrand und der Strandpromenade, einen schönen Sandstrand zum Erholen und vieles mehr. Während Thomas sich auf Fotomotivsuche macht ziehe ich los auf einen Einkaufsbummel. Ich gucke hier, entdecke da und feilsche mich durch den Markt. Dabei erstehe ich das eine oder andere hübsche Souvenir. Darunter auch eine 1,80 m hohe Holzgiraffe, mit der wir sicher noch einige Transportprobleme bekommen werden. Der geplante Nachmittag am Strand fällt mangels Sonne aus. Statt dessen relaxen wir im grünen Garten unserer Unterkunft und erholen uns bei Karten schreiben, lesen und einem interessanten Gespräch mit unserem Vermieter. Das letzte Abendessen in Swakopmund besteht aus Kudu und Fisch.

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