Der diesjährige Transalp sollte uns über das Eisjöchl von Süden nach Norden führen. Um ins Vinschgau und Schnalstal zu kommen haben wir ein paar altbekannte Pässe rausgesucht: Schrofenpass bei Oberstdorf, Arlbergpass, Bieler Höhe an der Silvretta-Hochalpenstraße, Fimberpass, Uina-Schlucht mit Schliningpass, Ofenpass, Pass Chaschauna, Alpisella, Passo Umbrail, Stifser Joch und dem Namensgeber der Tour – das Eisjöchl, bevor es über den Fernpass zurück ins Allgäu gehen soll.
An 11 Fahrtagen haben wir insgesamt 735 km und 17.000 Höhenmeter mit dem Rad (Bio-Bike, also ohne Strom) zurückgelegt.
Übersichtskarte der „Eisjöchl“ Transalp Route 2025

Etappen der „Eisjöchl“-Alpenüberquerung 2025

1. Tag: Im Allgäu nach Oberstdorf, 815 hm

Die Tour beginnt mit bestem Sommerwetter. Wir radeln unabhängig voneinander zum Treffpunkt in Betzigau und treffen beide nach ca. 2 Stunden Fahrtzeit fast minutengenau am vereinbarten Treffpunkt, in der Bäckerei zum zweiten Frühstück ein. Wir erreichen bald die Iller und die weitere Route ist der Illerradweg und führt über Immenstadt zum Illerursprung bei Oberstdorf. Nach einer Stärkung im Biergarten radeln wir zum Hotel etwas außerhalb von Oberstdorf nach Tiefenbach.

Wegweiser Iller-Radweg nach Immenstadt

Auf dem Weg nach Oberstdorf

Illerursprung bei Oberstdorf
2. Tag: Oberstdorf, Schrofenpass 1689 m, Warth, Flexpass 1773 m, Arlbergpass 1788 m, St. Anton, 1690 hm

Wir radeln durch Oberstdorf, an der Stillach entlang, an der Fellhornbahn vorbei und im Rappenalptal hoch zur Speicherhütte. Nach einer Stärkung am Brunnen und kühlen Getränken führt die Tour über den Schrofenpass ins Lechtal. Flexenpass und Arlbergpass sind auf der Teerstraße keine Herausforderung und die Abfahrt nach St. Anton ist rasant.

Ein strahlender Morgen bei Tiefenbach

An der Iller

Auffahrt zum Schrofenpass

Am Schrofenpass

Übergang am Schrofenpass ins Lechtal

Panorama im Lechtal

Europäische Wasserscheide am Flexenpass

Arlbergpasshöhe 1802 m
3. Tag: St. Anton, Heilbronner Hütte 2300 m, Kops-See, Bieler Höhe 2000 m, 1540 hm

Es gibt einen kurzen morgendlichen Regenschgauer beim Frühstück bevor uns wieder die Sonne verwöhnt. Für die Auffahrt im Verwalltal zur Heilbronner Hütte wäre ein E-Bike wünschenswert, aber mit Bio-Antrieb und etwas Motivation geht’s auch. Am Kops Stausee vorbei und zu guter letzt über die Silvretta Höhenstraße erreichen wir den Silvretta Stausee an der Bieler Höhe und übernachten im Madlenerhaus.

Auffahrt zur Heilbronner Hütte

Auffahrt zur Heilbronner Hütte

Scheidsee bei der Heilbronner Hütte

Panorama bei der Heilbronner Hütte

Bielerhöhe 2032 m, Silvretta Hochalpenstraße
4. Tag: Bieler Höhe, Fimberpass 2608 m, Sur En, 1480 hm

Wir starten mit einer rasanten Abfahrt auf der Teerstraße nach Ischgl und biegen bald rechts ins Fimbatal zur Bodenalpe ab. Die Heidelberger Hütte ist gut für eine Stärkung vor den letzen Höhenmetern zu Fuß bis zum Fimberpass auf 2608 m. Beim Fimberpass sind nicht nur die Höhenmeter ab der Heidelberger Hütte zu erwandern sondern mindestens die gleichen Höhenmeter auf der anderen Seite auch wieder runter zu schieben, bevor uns eine Abfahrt in die Schweiz nach Sur En am Inn führt.

Silvretta Stausee

Fahrweg zur Heidelberger Hütte

Wanderweg zur Heidelberger Hütte

Panorama am Fimberpass
5. Tag: Sur En, Uina-Schlucht, Schliningpass 2309 m, Müstair, 1650 hm

Unser Tag beginnt mit der Uina-Schlucht. Irgendwie ist die Schlucht schon ein Klassiker und jedesmal ein Highlight. Die Sesvennahütte in der Nähe des Schlingpasses wird im Jahr 2025 renoviert und ist in dieser Saison geschlossen. Nach der Hütte ist das Rad etliche Meter bergab zu schieben. In Müstair haben wir unser Tagesziel erreicht.

Fahrweg zur Uina Schlucht

Schiebestrecke in der Uinaschlucht

Gesicherter Weg in der Uina Schlucht

In den Fels gesprengter Weg, Val Uina

Spannender Weg in der Val Uina Schlucht

Schliningpass

Wollgrasfeld

Pforzheimer Hütte

Panorama bei der Abfahrt

Wasserfall

Blick ins Vinschgau

Wegweiser nach Taufers in der Schweiz
6. Tag: Müstair, Ofenpass 2150 m, Bernina Pass 2330 m, 2050 hm

Die geplante Tagesetappe verläuft über den Ofenpass, Zernez, Varusch im Nationalpark, über den Pass Chaschauna mit 2694 m nach Livigno. Allerdings sind wir am Abzweig kurz vor S-Chanf schon in der zweiten Tageshälfte und ein aufziehendes Gewitter erleichtert uns die Planung des restlichen Streckenabschnittes. Wir planen kurzfristig um und radeln am Inn entlang in Richtung St. Moritz und Pontresina. Ab Pontresina bleiben wir auf der Teerstraße und erreichen im Regen letztendlich den Passo del Bernina.

Pass dal Fuorn, Ofenpass, 2149 m

Eisenbahnbrücke

Ein Wetterwechsel steht bevor

Pontresina

Blick zum Morteratsch Gletscher

Lago Bianco

Panorama am Lago Bianco
7. Tag: Bernina Pass, Alpisella 2268 m, Fraele Stauseen, Stilfser Joch 2758 m, 2010 hm

Es regnet auch am Morgen noch und nach einem lang hinausgezogenem Frühstück starten wir mit Regenbekleidung auf der Teerstraße nach Livigno. Die Abfahrt nach Livigno runter war kühl, aber am Lago di Livigno scheint bereits wieder die Sonne. Den Passo Alpisella haben wir in angenehmer Erinnerung und der Schotterweg ist im wesentlichen komplett fahrbar. Manch E-Bike-Fahrer zieht einen Kinderanhänger hinter sich her und überholt uns mit einer Leichtigkeit die uns staunen lässt. Bei den Fraele-Stauseen stärken wir uns bevor es zur Bocchetta di Forcola bis auf 2768 m hoch viel zu schieben gibt. In die andere Richtung, also bergab, wäre das ein Traum gewesen. Aber irgendwann ist der Umbaril Pass 2503 m und auch unser heutiges Tagesziel, der Passo Slevio erreicht.

Ausblick zum leeren See in Livigno

Am Alpisella

Fahrweg zum Pass Alpisella

Fraele Stausee

Panorama am Fraele Stausee

Panorama auf dem Weg zur Bocchetta di Forcola, 2760 m

Super Trail an der Bocchetta di Forcola

Panorama an der Bocchetta di Forcola

Bocchetta di Forcola, 2760 m

Umbrail Pass, 2503 m

Stilfser Joch

Passo Stelvio, Stilfser Joch, 2758 m
8. Tag: Stilfser Joch, Goldseetrail, Vinschgau ins Schnalstal, 940 hm

Ursprünglich geplant war eine rasante Teerabfahrt über die unzähligen Serpentinen und im Vinschgau dafür ein Abstecher zum Göflaner Marmorsteinbruch. Beim Frühstück planen wir spontan um und nutzen die frühe Stunde um den Goldseetrail zu erkunden. In der Trail darf man nur vor 9 Uhr morgens einfahren, was bei einer Übernachtung am Stilfser Joch leicht machbar ist. Der Goldseetrail ist ein herrlicher Wanderweg und vor allem anfangs auch flowig zu fahren. Im weiteren Verlauf ergänzen sich radeln und schieben… Im Etschtal folgen wir dem gleichnamigem Radweg bis zum Abzweig ins Schnalstal. Katharinaberg hatten wir als Tagesziel ausgesucht und wie der Name vermuten lässt liegt es auf einem Berg und bringt uns noch ein paar extra Höhenmeter.

Serpentinen

Blick zum Ortler

Alte Straße ins Schnalstal

Blick zurück ins Vinschgautal

Katharinenberg im Schnalstal
9. Tag: Schnalstal, Eisjöchl 2895 m nach Pfelders, 1820 hm

Die 150 Extra-Höhenmeter vom Vortag sind heute ein schwungvolles Rollen bergab bevor es im Pfossental in Richtung Eishof stetig bergauf zu radeln ist. Am Eishof kehren wir ein und schauen zweifelnd auf die aufziehenden grauen Wolken. Das Eisjöchl macht seinem Namen Ehre. Zwar nicht unbedingt mit Eis, aber ein Gewitterschauer mit ordentlich Regen und Wind auf knapp 3.000 Meter lassen uns etwas frösteln. Die letzten Meter bis zur Stettiner Hütte sind steil, felsig und auch zum Schieben anstrengend. Nach dem Eisjöchl selbst lockert das Wetter wieder auf und so wie das Wetter bessert sich im gleichen Maße auch unsere Stimmung. In Pfelders haben wir unser Tagesziel erreicht.
Hinweis: Im Höhenprofil fehlen die ersten Kilometer von Katharinaberg bis zum Eishof.

Auf dem Weg zum Eishof

Meraner Höhenweg

In der Ferne ist das Eisjöchl

Das Wetter wird schlechter...

Am Eisjöchl lockert das Wetter wieder auf

Kleiner See am Eisjöchl bei der Stettiner Hütte

Der blaue Himmel ist wieder zu sehen
10. Tag: Pfelders, Timmelsjoch 2477 m, Oetz, 1880 hm

Nachts hat es viel geregnet. Wir beginnen bei trockenem Wetter die 400 Meter Abfahrt nach Moos im Passeiertal. Anschließend haben wir 1500 Höhenmeter am Stück bis zum Timmelsjoch auf der Straße vor uns. Die Auffahrt zieht sich hin und zum Glück bleibt das Wetter trocken. Bei Obergurgl beginnt es zu tröpfeln und wir lassen eine Rast gerne ausfallen um den schwarzen Wolken bergab davonzufahren. Bei der Abfahrt ins Ötztal ist es erstaunlich kühl geworden. Der Ötztalradweg ist eine netter Radweg und im Ort Oetz treffen wir später ein als erwartet. Am Ortsschild beginnt es zu regnen und wir entscheiden spontan in Oetz zu übernachten.

Abfahrt nach Moos im Passeiertal

Im Passeiertal

Auf dem Weg zum Timmelsjoch

Weggefährte am Timmelsjoch

Blick ins Ötztal
11. Tag: Oetz, Fernpass 1210 m nach Reutte und ins Allgäu, 1150 hm

Ein kurzes Stück flußaufwärts am Inn entlang und anschließend auf dem Gurgltalradweg nach Nassereith und schon haben wir das für gestern geplante Tagesziel erreicht. Auf der Via Claudia Augusta überqueren wir den Fernpass. Es hat bei niedrigen Temperaturen auch noch zu regnen begonnen und am Ehrwalder Bahnhof kürzen wir mit der Bahn ein paar Kilometer ab. Ab der Ulrichsbrücke, dem letzten Halt vor der deutschen Grenze trennen wir uns. Die restlichen Kilometer nach Hause über Füssen und am Forggensee entlang können ohne Regen gefahren werden.

25 km bis zum Fernpass

Schlechtwetterwolken am Gurgltalradweg

Fernpass Schloß
Empfehlenswerte Links:
Alpenüberquerungen von Alpinatours.de Von Oberstdorf nach Meran und andere schöne Wege über die Alpen.
Geführte Wanderreisen von Alpinatours.de Geführte Alpenreisen, geführte und individuelle Wanderreisen und Alpenüberquerungen.
MTB Radtouren und Transalp Linktipps:
7-Seen-Transalp vom Unterallgäu zum Lago Maggiore und zum Gardasee – 2024
Transalp vom Allgäu zum und um den Gardasee – 2023
Alpenüberquerung Transalp vom Allgäu nach Venedig – 2022
Iron Curtain Trail. Ostseeradweg und Grünes Band von Lübeck bis nach Coburg in Bayern – 2021
Transalp Alpe Adria und Trans Slowenien – 2020
MTB Chemins du Soleil (Wege der Sonne), von Thonon Les Bains nach Nizza – 2019
Westalpencross von Martigny nach Ventimiglea am Mittelmeer 2018
Via Migra II – Alpencross XL mit Monte Grappa, Pasubio und Tremalzo – 2017
